
Neugier wecken -Talente entdecken
|
Reyna Somarriba erzählt von ihrer Arbeit
|
|
|
und wie sie zu 'Musica en los Barrios' kam:
|
|
Mit sieben Jahren bin ich zum ersten Mal im Barrio Batahola Norte zum Flöten-unterricht gegangen und habe im Chor gesungen. Aber schon als ich ganz klein war, habe ich die Musik geliebt, und das ist bis heute so geblieben. Mittlerweile spiele ich Flöte, Klavier, Geige, Marimba und Gitarre.
Als ich 11 Jahre alt war, bin ich gefragt worden, ob ich für 'Musica en los Barrios' unterrichten möchte. Seitdem mache ich diese Arbeit und ich mache sie sehr gern.
Zur Zeit unterrichte ich in zwei Barrios, jeweils am Samstag. Mein Tag beginnt um 5.00 Uhr. Um 5.40 gehe ich aus dem Haus, weil die Fahrt in die Barrios sehr lange dauert. Die erste Unterrichtsstunde beginnt um 7.00 Uhr. Man könnte vielleicht denken, dass das für die Kinder zu früh ist, aber ich habe festgestellt, dass die Kinder gerne schon so früh kommen. Der Unterricht um diese Zeit ist angenehmer, da es noch nicht so heiß ist. Unterricht bei 'Musica en los Barrios' zu geben ist eine großartige Erfahrung. Ich gebe alle eigenen Kenntnisse an die Kinder weiter, und sie sind wie trockene Schwämme, die das ganze Wasser aufsaugen. Wir wecken Neugier in ihnen und entdecken viele schlummernde Talente.
In den Jahren, in denen ich für 'Musica' unterrichte, habe ich ganz viel gelernt. Besonders stolz bin ich darauf, dass zwei meiner Schüler jetzt selbst "profesoritos" sind (dt.: kleine Lehrer; Schüler von 'Musica en los Barrios, die jetzt schon selbst für Anfänger Unterricht in den Barrios geben).

Ein besonderer Dankbrief an die Unterstützer/innen des Projektes erreichte uns von der 'Musica'-Lehrerin Tania Morales. Sie schreibt:
"Im vergangenen Jahr kam die Mutter einer meiner kleinen Schülerinnen nach der Stunde zu mir. Sie erzählte, dass Silvia, so heißt die Tochter, immer mit strahlendem und fröhlichem Gesicht von den Flötenstunden und der Musik berichtet. (...)
Silvias Vater ist vor nicht allzu langer Zeit gestorben, und das Mädchen war monatelang sehr traurig und niedergeschlagen. Aber die Beschäftigung mit der Musik habe Silvia sehr geholfen, und sie, die Mutter, danke ausdrücklich allen Spenderinnen und Spendern, dass so ein schönes Projekt überhaupt möglich sei."
